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Keine gute Idee: Sonnenschutz mit Pflanzenölen

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7651679180_d481a73587_zDas Thema Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder treibt viele Eltern um. Die Angst vor schädlichen chemischen UV-Schutz-Filtern und Nanopartikeln in herkömmlicher Sonnencreme führt dazu, dass immer häufiger in Elternforen Sonnenschutz aus natürlichen, pflanzlichen Ölen propagiert wird. Doch Himbeersamenöl, Kokosnussöl, Olivenöl oder Sesamöl haben nur einen extrem geringen Lichtschutzfaktor und sie schützen nicht vor UVA-Strahlung. Wer sein Kind damit schützen will, riskiert Sonnenbrand, Hautkrebs und Allergien.

Es gibt derzeit kaum eine Diskussion über die richtige Sonnencreme in Elternforen, bei der nicht irgendjemand Kokosnussöl (das ist ja derzeit sowieso das Allheilmittel für jegliche Beschwerden…) oder andere pflanzliche Öle als Alternative zu herkömmlichen Sonnencremes empfiehlt. Öl als Sonnenschutz? Früher hat man sich damit eingerieben, um schneller braun zu werden, daran erinnere ich mich noch aus meiner Jugendzeit. Ich war also skeptisch und versuchte mal herauszufinden, ob die als natürlich gepriesenen pflanzlichen Öle wirklich wie behauptet einen natürlichen Lichtschutzfaktor haben und wenn ja, wie hoch dieser ist.

Dazu seriöse Quellen zu finden, war nicht leicht, oft wird das einfach ohne jegliche Quellenangabe behauptet und diese Behauptungen finden sich fast ausschließlich in Blogs, wo es Anleitungen gibt, wie man selbst eine „natürliche“ Sonnencreme herstellen kann, oder auf Seiten, die Pflanzenöle oder daraus selbst gemischte Sonnencremes verkaufen. Dann steht oft geschrieben, dass  Kokosnussöl 20 Prozent der UV-Strahlen absorbiere, Sesamöl blocke sogar 30 Prozent der schädlichen Strahlen ab. Was auf den ersten Blick gut klingt, ist in Wahrheit überhaupt nichts wert, denn man sollte diese Zahlen keinesfalls mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) gleichsetzen!

Ein Mittel mit einem LSF von 10 lässt noch ein Zehntel der UV-Strahlung durch, im Gegensatz zu Ölen hält es also 90 Prozent der UV-Strahlung ab! LSF 15 blockiert 93 Prozent und LSF 30 – das ist der, den wohl die meisten Eltern für ein Kleinkind wählen – blockiert rund 97 Prozent! Wenn ein Öl also 30 Prozent der Strahlen blockiert, dann entspricht das einem LSF von weniger als 2. So was darf sich in Deutschland und auch anderswo überhaupt nicht Sonnenschutzmittel nennen.

Welchen LSF haben Öle wirklich?

Nach langem Suchen bin ich auf  zwei Studien gestoßen, in denen der Sonnenschutzfaktor verschiedener pflanzlicher Öle ermittelt wurde. In Indien haben Wissenschaftler ermittelt, wie viel UVB-Strahlung verschiedene Öle absorbieren, UVA-Strahlung, die ebenfalls für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich ist, wurde nicht berücksichtigt. Getestet wurde Kokosnussöl, Neemöl, Sesamöl, Rhizinusöl, Erdnussöl, Lebertran, Senföl und Hühneröl, letzteres wird in Indien gewonnen, indem man Hühnchenknochen bei 140 Grad auskocht.

Dabei kam heraus, dass Kokosnussöl, Erdnussöl, Lebertran und Senföl fast 100 Prozent der UVB-Strahlung durchließ, also keinen Schutz bietet. Rhizinusöl ließ 75 Prozent der Strahlung durch und Neemöl 65 Prozent. Keines dieser Öle hatte also einen LSF, der über 2 liegt. Nur das nach Hähnchen riechende Chicken Oil absorbierte 75 Prozent der Strahlung – das entspricht aber immer noch nur LSF 4 und wer will schon nach Hähnchen riechen?

In der zweiten Studie, die ebenfalls aus Indien stammt, wurde ebenfalls in vitro – also nicht auf der Haut von Menschen, sondern im Experiment – untersucht, wie viel UVB-Strahlung verschiedene flüchtige und nichtflüchtige Öle absorbieren können und welchem LSF das entspricht. Dabei wurde eine andere Methode als in der oben genannten Studie genutzt, was die teilweise abweichenden Ergebnisse erklärt. UVA-Strahlung wurde nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse sind ernüchternd:

ÖlLichtschutzfaktor
Olivenöl7,5
Kokosnussöl7
Rhizinusöl5,7
Mandelöl4,6
Senföl2
Sesamöl1,7
Lavendelöl5,6
Orangenöl3,9
Eukalyptusöl2,6

Die Autoren merken auch an, dass der LSF einer Lotion von vielen weiteren Zutaten wie Emulgatoren und Duftstoffen in der Sonnenschutzcreme beeinflusst wird, diese können den LSF der Öl verstärken oder auch verringern. Und sie schreiben, dass die Lotion auch noch am Menschen getestet werden muss und das in-vitro-Verfahren nur ein erster Test ist, mit welchen Ölen es sich lohnt weiterzuarbeiten. Und man muss nochmal betonen: Keines der Öle bietet Schutz vor UVA-Strahlung! Diese führt zwar nicht zu Sonnenbrand, aber sie dringt tief in die Haut ein und produziert freie Radikale, sie lässt die Haut altern, schwächt das Immunsystem und kann das Erbgut ebenfalls so verändern, dass Krebes entsteht.

Von Karottenöl wird bezugnehmend auf eine Studie, die 2009 im Pharmacognosy Magazin erschienen ist, im Netz auch behauptet, es habe einen Lichtschutzfaktor, der zwischen 38 und 40 liegt. Schaut man sich die Studie genau an, dann stellt man allerdings fest, dass keinesfalls untersucht wurde, welchen LSF Karottenöl hat, sondern es wurde eine nicht namentlich genannte Sonnenschutzcreme getestet, die in indischen Läden verkauft wurde und in der neben Karotten (von Öl ist keine Rede) auch andere Zutaten (Symplocus racemosa, eine Art Heidekraut und Triticum vulgae, Weizenkeimöl) drin waren.

Himbeersamenöl wurde nie am Menschen gestestet

Bleibt Himbeersamenöl. In einer Studie von B. Dave Oomah, die vom kanadischen Forschungsinstitut für Landwirtschaft in Auftrag gegeben und in der Zeitschrift Food Chemistry im Jahr 2000 veröffentlicht wurde, wurden die Eigenschaften von Himbeersamenöl untersucht. Bei der Herstellung von Himbeersaft bleiben die Samen übrig und Ziel der Studie war, zu erforschen, wie und ob dieses Abfallprodukt genutzt werden könnte. Dabei wurde festgestellt, dass Himbeersamenöl UVB- und UVA-Strahlung absorbieren kann, und zwar in einem ähnlichen Ausmaß wie Titaniumdioxid, das einen LSF zwischen 28 und 50 für UVB und 6,75 bis 7,5 für UVA-Strahlung aufweist und in Sonnencremes mit mineralischem Filter eingesetzt wird. Das Fazit des Autors: Himbeersamenöl könnte, wenn es hoch konzentriert ist, als Breitbandschutz vor UVA- und UVB-Strahlung eingesetzt werden. Allerdings müsste es wie jedes kosmetische Rohmaterial erstmal in verschiedenen Mischungen auf der Haut von Menschen getestet werden und dies ist bis heute nirgends geschehen. Dabei ist die Studie bereits 15 Jahre alt. Folglich ist auch Himbeersamenöl nirgendwo als Lichtschutzfaktor zugelassen.

Lichtschutzfaktor schwankt stark und Bakterien sammeln sich im Öl

Ich habe auch bei den  Sonnenschutz-Experten in der Forschung & Entwicklung der Firma Beiersdorf (Nivea und Eucerin-Sonnencreme) Dr. Frank Schwanke und Dr. Dominik Göddertz nachgefragt, was man dort von natürlichen Ölen als Sonnenschutz hält. Die Experten antworteten, dass es in der Tat so sei, dass einige natürlich Öle vor UV-Strahlung schützen können. Zum Teil geschehe dies durch enthaltene UV-Filter, zum Teil auch über Substanzen, die die Rötung der Haut unterbinden. Sie weisen allerdings darauf hin, dass bei Naturprodukten die Konzentration und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe enorm schwanken können und damit auch der Lichtschutzfaktor. Zusätzlich seien die erwähnten Naturprodukte nicht ausreichend konserviert. So könne es mit der Zeit zu einer Bildung von Bakterien oder Pilzen in dem Produkt kommen. Gelangt das Produkt beim Auftragen in eine Wunde, kann es zu einer Infektion an dieser Stelle kommen.

Schwanke und Göddertz sagen auch, dass gemäß der Europäischen Kosmetikverordnung in Sonnenschutzmitteln nur UV-Filter eingesetzt werden dürfen, die von der EU geprüft und zugelassen worden sind – und dazu gehören diese natürliche Öle oder deren Bestandteile nicht. Alle zugelassenen Lichtschutzfiltersubstanzen müssen ein sicheres toxikologisches Profil haben und eine Sicherheitsspanne. Sonnenschutzmittel müssen laut EU-Verordnung sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen schützen, und zwar müssen beide Schutzfaktoren im Verhältnis von 3 zu 1 stehen. Ein Mittel mit LSF 30 muss also mindestens einen UVA-Lichtschutz von 10 erreichen.

DaWanda - Products with Love

Wenn also jemand bei Dawanda Handmade-Sonnencreme vertreibt, die nur aus Pflanzenölen besteht, dann ist das ein Verstoß gegen geltende Vorschriften.

Allergiegefahr durch natürliche Pflanzenöle

Neben dem äußerst geringen Lichtschutzfaktor der pflanzlichen Öle, der zudem noch davon abhängt, wie rein das Öl ist und wie es hergestellt wurde, besteht noch die Problematik, dass man bei Verwendung von Ölen eine photoallergische Reaktion riskiert, denn pflanzliche Öle enthalten zum Teil noch unbekannte Substanzen, die mit UV-Licht reagieren können. Pflanzliche Öle sind deshalb häufiger als andere Sonnenschutzmittel Anlass für phototoxische oder photoallergische Reaktionen. „Dabei kommt es zu Hautrötungen, Bläschen und braunen Streifen, das kann sehr schmerzhaft sein“, warnt Dermatologie Eckhard Breitbart, der im Vorstand des Arbeitskreises Dermatologische Prävention (ADP) sitzt.

Schwitzen verringert die Schutzwirkung

Und es gibt ein weiteres Problem. Der geschlossene Ölfilm auf der Haut behindert den Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch mit der umgebenden Luft. In der Sonne schwitzt man und deshalb ist es wichtig, dass Sonnenschutzmittel den Schweiß gleichmäßig aufnehmen können.  Schweiß und Öl können sich allerdings nicht miteinander vermischen, deshalb zerreißt der geschlossene Ölfilm, was die Schutzwirkung von Ölen weiter verringert. Die auf der Haut sitzenden Schweißperlen wirken wie Sammellinsen und erhöhen die lokale Verbrennungsgefahr erheblich. (Quelle: Kindl, Gerd, Raab, Wolfgang, Licht und Haut. Govi-Verlag, Eschborn 1998)

Sonnenschutzmittel mit mineralischem Filtern ist die bessere Wahl

Jürgen Lademann, Professor für Dermatologie an der Charité in Berlin, forscht unter anderem zur Effizienz von Sonnenschutzfiltern. Er sagt: „Selbst wenn bei biologischen Ölen eine Absorption von UVB-Strahlung vorhanden ist, ist der Schutz vor UVA-Strahlung grottenschlecht.“ Auch er verweist darauf, dass biologische Produkte zu viel mehr Allergien als chemische führten. Und Sonnenschutzfilter wirkten nur dann optimal, wenn 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen würden. Studien hätten aber ergeben, dass die meisten Menschen zu wenig Sonnencreme verwenden und der Schutz deshalb oft nur 20 Prozent des Lichtschutzfaktors betrage. Selbst wenn ein Öl nun einen LSF von 7 haben sollte, dann sind 20 Prozent davon extrem wenig. Sein Fazit: „Ein Öl ist kein Sonnenschutzmittel.“

Stattdessen empfiehlt Experte Lademann Kindersonnenschutzmittel mit mineralischen Filtern wie Titandioxid. Es gebe keinen einzigen Hinweis, dass Nanopartikel die Hautbarriere durchdringen, selbst bei Neugeborenen nicht. Und selbst wenn sie in den Körper eindringen würden, dann würden sie sich in der Leber anlagern, aber die Gefahr, die davon ausgehe, sei verschwindend klein gegenüber der Gefahr an Hautkrebs zu erkranken und zu sterben. Zudem schütze Titandioxid auch vor sichtbarer Strahlung und Infrarotstrahlung, von der man inzwischen wisse, dass sie 50 Prozent der freien Radikale, die die Haut schädigen können, verursache.

Hände weg von selbst gemischter Sonnencreme!

Sonnenschutz – insbesondere für Kinder – selber zusammenzumischen oder einfach ein Öl auf ihre Haut zu schmieren, ist also grob fahrlässig und Körperverletzung, wenn die Kinder dann doch einen Sonnenbrand bekommen. In diesem Post findet Ihr empfehlenswerte Sonnencremes für Babys und Kleinkinder.

Und wer dennoch sämtlichen im Handel erhältlichen Sonnenschutzmitteln so sehr misstraut, dass er den potenziell tödlichen Hautkrebs weniger fürchtet als die etwaigen, oft nur vermuteten und keinesfalls sicher belegten Nebenwirkungen der chemischen Sonnenschutzfilter oder von Nanopartikeln, der soll sein Kind bitte von Kopf bis Fuß in UV-Schutz-Kleidung stecken – so ist es zuverlässig geschützt.

Foto: Flickr/Phu Thinh Co unter CC BY-SA 2.0

 

19 Kommentare

  1. Danke für den wertvollen Beitrag!
    Auf Nano-Technologie in Cremen verzichte ich komplett, weil die Gefahr einfach zu groß ist und nicht mal in der Leber von meinen Kindern möchte ich diese Ablagerungen haben.
    Ich empfehle keine chemischen Sonnenschutzcremen, da in den meisten bedenkliche Inhaltsstoffe wie Oxybenzon, OMC Octyl-Methoxycinnamate oder Benzophone-3 drinnen sind. Sucht selbst im Internet nach diesen Inhaltsstoffen und lest nach darüber was sie bewirken können. Bildet Euch Eure Meinung selbst.

    Man bedenke auch, dass ein Sonnenschutzfaktor von 20, die Haut zu 95% schützt und eine bedenklicher Sonnenschutzfaktor von 50, (ist nur mit Chemie möglich) schützt auch nur zu 98%. Also ist zwischen 20 und 50 LSF vom Schutz her ein sehr geringer Unterschied, von den Bedenken her aber ein sehr Hoher.

    Der beste Schutz vor zuviel Sonne ist noch immer der Schatten 🙂

    Für meine Kinder und mich verwende ich nur den Sonnenschutzbalsam(schaut mal ob ihr die Bezeichnung sonst noch wo findet bei Sonnencremes: Balsam) weil der 1. zu 100% aus frischen Naturelementen besteht. Das heißt: keine Nanopartikel, keine chemische Filter, nur natürlicher mineralischer Schutz, die das Sonnenlicht reflektieren. Und was mir persönlich am Meisten gefällt: sie ist wirklich wasserfest!
    Mehr Infos gerne auch über facebook: https://www.facebook.com/maria.holzl.370?fref=ts

    • …“Stattdessen empfiehlt Experte Lademann Kindersonnenschutzmittel mit mineralischen Filtern wie Titandioxid. Es gebe keinen einzigen Hinweis, dass Nanopartikel die Hautbarriere durchdringen, selbst bei Neugeborenen nicht. Und selbst wenn sie in den Körper eindringen würden, dann würden sie sich in der Leber anlagern“

      Das zu empfehlen ist grob fahrlässig 🙁

      • Hallo Marcelina,

        Wenn Du das fahrlässig findest, dann nenn doch bitte mal seriöse Quellen oder was qualifiziert Dich zu dieser Aussage?

        Gruß,
        Eva Dorothée

  2. Ich finde es nicht sehr Vertrauenswürdig, wenn in dem Artikel die Meinung der Firma Beiersdorf wiedergegeben wird. Das ist ungefähr das Gleiche, wie wenn man den Bäcker fragt, wie die Brötchen der Konkurrenz schmecken…..alles andere klingt gut recherchiert, aber die Meinung der Kosmetikindustrie ist fehl am Platz

    • Liebe Anja,

      ich kann Deine Sichtweise verstehen. Allerdings ist es nicht so leicht, Experten zu diesem Thema zu finden. Und bei Beiersdorf gibt es nun mal Experten, die sich sehr gut mit dem Thema Lichtschutzfaktoren auskennen und die sagen ja auch einiges, was durchaus nützlich und interessant ist, deshalb habe ich sie mit aufgenommen. Ich finde es ist immer gut, verschiedene Quellen zu Wort kommen zu lassen, damit entsteht das vollständigste Bild. Es ist ja auch so, wenn man pflanzliche Öle als Lichtschutzfaktoren nutzen könnte, dann würde das ganz sicher auch die Kosmetikindustrie tun, denn man könnte damit sicher ganz gut Geld verdienen, die Nachfrage ist ja da.
      Herzliche Grüße,
      Eva Dorothée

  3. Ist ja Klar dass die Kosmetikindustrie pro Sonnenschutz ist und hinter dem stehen was sie uns andrehen. Denke die Pharmaindustrie hätte keine Freude wenn die Kosmetikindustrie nur noch Naturbelassene Kosmetika verkauft….

    Vielleicht seht ihr hier mal rein, hat auch gut rechechiert und ist nicht pro und contra. Erklärt wesshalb der beste Schutz von innen kommt 😉

    http://blog.paleosophie.de/2014/07/30/sommer-sonne-sonnenschutz-vitamin-d-ohne-hautkrebs-dank-natuerlicher-sommerhaut/#id_pubmed_23023728

  4. Ich habe letztes Jahr als Sonnenschutz Kokosöl verwendet und ich habe die Sonne dieses Jahr viel besser vertragen, als mit Sonnencreme. Ich verlasse mich lieber auf meine eigenen Erfahrungen als auf irgendwelche „Expertenmeinungen“.
    Natürlich lege ich mich auch nicht stundenlang in die pralle Sonne, dass habe ich aber auch früher nicht gemacht.
    Zumal klar ist, dass man neue Mittel erst mal vorsichtig testen sollte.

  5. Wenn man genügend raus geht ist gar kein Schutz notwendig 🙂 Mein Großer hat sehr helle Haut und rote Haare. Wir haben abgesehen von einem Mal (und da hatte er fiese Reaktionen auf das Sonnenschutzmittel aus dem Bioladen!) noch nie Sonnencreme verwendet. Wir fangen an im März sehr viel nach draußen zu gehen und so ergibt sich das von ganz allein, da die Haut sich super an die Sonnenstrahlen gewöhnt. Und wenn doch einmal eine Rötung auftritt, weil er z.B. im Urlaub die Mittagssonne nicht so gemieden hat wie es nötig gewesen wäre, dann schmieren wir Kokos oder Arganöl drauf und am nächsten Tag ist es wieder weg. Hatten wir aber nur 2/3 Mal.

    Ich muss auch den anderen zustimmen. Ein Experte einer Firma ist nicht sehr vertrauenswürdig. Vielmehr sind persönliche Erfahrungen das worauf man sich noch eher verlassen kann. Nach deren Aussage wäre es brandgefährlich ohne Sonnencreme in die Sonne zu gehen. Nur komisch, dass wir trotzdem nicht jahrhundertelang an Hautkrebs gestorben sind 😉

    • Hallo Nadine,
      die Haut kann durch UV-Strahlung auch dann geschädigt werden, wenn sie keinen Sonnenbrand bekommen hat. Und vor Jahrhunderten gab es das Ozonloch einfach noch nicht, dadurch war die Strahlung nicht so intensiv. Die Häufigkeit von Hautkrebs steigt seit einigen Jahrzehnten stetig an, Schwarzer Hautkrebs ist in Deutschland für etwa 1,2 Prozent aller Krebstodesfälle insgesamt verantwortlich. Aber wer sich bei diesem Thema lieber auf persönliche Erfahrungen verlässt als auf wissenschaftliche Studien, mit dem ist wohl jede Diskussion sinnlos. Wünsche Dir und vor allem Deinen Kindern viel Glück mit diesem Vorgehen.
      Eva Dorothée

  6. Man sollte in erster Linie darauf achten, WER solche Studien in Auftrag gibt. In der Vergangenheit gab es so häufig gekaufte Studien, weil diverse Firmen/Konzerne damit schließlich ihr Geld verdienen, wenn die Studie für sie günstig ausfällt. Das ist Fakt, dazu gibt es auch bereits unzählige Berichte, über gefälschte Studien (nicht umsonst gibt es Pharmavertreter bei Ärzten, die Verträge für div. Medikamente abschließen).

    Allerdings darf man auch keine Massenpanik ausbrechen lassen. Es gibt keine Langzeitstudien über Nanopartikel im Körper. Es wird sich vermutlich so verhalten, wie bei allem anderen auch: zu viel ist schädlich. Das gilt auch für natürliche Stoffe.

    LSF hin oder her, ein Sonnenbad ist auch mit hohem LSF nicht gesund, weder für die Haut noch für die Hautalterung.

    Man sollte allerdings nicht den Teufel an die Wand malen und auf dem Boden der Tatsachen bleiben. 😉
    Ansonsten lässt man sich von mehreren Dermatologen und Apothekern beraten, um zu schauen, wer was sagt und empfiehlt.

  7. Ich bin total erschüttert über diese Kommentare – da hat sich mamaclever die Mühe gemacht, ausführlich zu erklären, wie es ist mit dem LSF und den Ölen, und dann ist die Kommentarspalte voll mit „ich creme mein Kind gar nicht ein“ (alles an Deinem Kind ist besonders, deswegen hat es auch diese besondere Immunität gegen Krebs), „meine Erfahrung nach ist das alles anders“ (Dermatologin geworden durch den Gebärvorgang, das kürzeste Medizinstudium inklusive Facharztausbildung der Welt!) – und „die böse Industrie lügt doch“ (also BASF, die alternativmedizinische und Ökoindustrie natürlich niemals).
    Langer Rede kurzer Sinn: Ich bewundere Ihre Frustrationstoleranz und die Höflichkeit, mit der Sie hier auf Kommentare antworten und finde es bemerkenswert, wie viel Mühe Sie sich (immer wieder) machen. Danke!

  8. Dieser Beitrag zeigt welche Gefahren bei Einsatz dieser Mittel entstehen können.
    Klar es gibt immer ein paar Risiken.

    Die natürlichen Mittel geben im Vergleich zu Sonnencremes vielleicht nicht ausreichend Schutz.
    Andererseits können die Sonnencremes uns aber genauso gut auch andere Schäden zufügen.

    Ich persönlich suche halt Alternativen zu Sonnencremes, weil ich nichts von den industriellen Angeboten halte. Man muss sich einfach manchmal nur die Stoffe die enthalten sind, genauer ansehen.

    Es muss halt jeder für sich wissen, welche Risiken er auf sich nimmt.

  9. Ich bin schwerer Neurodermitiker und bekomme von dem ganzen Cremes die Krätze. Seit ich meinen D3 Wert auf 100 aufgefüllt habe und 12-24mg Astaxanthin tgl. Zu mir nehme, vertrage ich Sonne hervorragend! Keine Rötung, schöne und langanhaltende Bräune und die Neurodermitis ist auch weg! Bei meinen Kindern handhabe ich es auch so. Bei allem Respekt vor Deiner Mühe glaube ich, dass man Sonnenschutz nicht nur von außen betrachten darf, wenn man das Thema behandelt. Astaxanthin ist ein Carotinoid und das stärkste Antioxidans, dass die Natur zu bieten hat. Somit sehr wirksam gegen freie Radikale;-) alles Gute!

  10. Gerade letzte Woche haben wir unsere erste eigene Sonnencreme aus Pflanzenölen und -wachsen hergestellt. Die Creme lässt sich super verteilen, riecht gut und pflegt die Haut. Wenn man den Berechnungen glaubt, hat sie einen ungefähren LSF von 25-30. Wir benutzen sie bei Sonnenschein eher als Tagescreme, aber nicht als alleinigen Schutz in der prallen Mittagssonne oder am Strand. Ich denke ein gesunder und vernünftiger Umgang mit unserem größten Energiespender der Sonne ist der Schlüssel zu Glück und Gesundheit. Was die Pharmaindustrie in diesem Zusammenhang empfiehlt, ist mir dabei relativ Schnuppe…

    • Hallo Jana,
      Deine selbst hergestellte Sonnencreme aus Pflanzenölen hat nie und nimmer einen LSF von 25 bis 30! Warum, das steht in dem Artikel, den Du scheinbar nicht richtig gelesen hast.

      Gruß,
      Eva Dorothée

  11. Für mich besteht jedes Jahr die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen. Auch heuer hat es mich wieder durch Leichtsinn erwischt. Mit alternativen Sesamöl hatte ich es einmal probiert und das Gefühl in der Bratpfanne zu sitzen. Leider gewöhne ich meine Haut nicht langsam an die UV Strahlung, beim Heuwetter knallt schon mal den halben Tag die Sonne auf die Haut. Interessant ist wie sich der Körper immer wieder selbst repariert. Ein überdeminsionierter Strohhut wäre wohl in Zukunft das Beste…Die LSF Angaben der Öle finde ich an diesem Artikel genial.

  12. OMG! Ich bin regelrecht schockiert von den Kommentaren. Ist doch klar, dass ein Dermatologe(!) keine Ahnung hat von Haut und wenn er von einer Firma gesponsert wird, die Hautprodukte verkauft, kann er erst recht nicht wissen, was los ist. *ironieoff*

    Vielen Dank für den Artikel. Er deckt sich mit meinen Erfahrungen. Da in unserer Familie häufig Lichtdermatose vorkommt, bin ich der Firma LRP sehr dankbar für deren Produkte. Irgendwie fehlt mir jetzt nur noch etwas für die Kopfhaut, damit der Sonnenhut mal wegbleiben kann.

    Leider gehören meine Eltern auch zu der Sorte der meisten Kommentatoren und daher hatte ich häufig krebsrote Haut. Richtig toll bei hellhäutigen blonden Kindern Pantenolsprays haben wir in Massen verbraucht.
    Mir fällt da der Werbespot ein, in dem die Tochter ihrer Mutter eine reinhaut für den Hautkrebs. Ich hatte das „Glück“ Neurodermitis zu bekommen und musste aus diesem Grunde dann immer meine Haut bedecken, damit der Schweiß diese nicht entzündete. Meine Schwester war weiterhin krebsrot. Selbst wenn man braun ist, kann man noch Sonnenbrand bekommen. Geht an meinen Eltern geistig komplett vorbei.

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