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Schwanger fliegen: Was man unbedingt beachten sollte

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Schwanger fliegen - Schwangere mit FlugzeugSchwanger zu fliegen ist in der Regel kein großes Problem. Allerdings sollte man vor der Reise ins Kleingedruckte der Airlines schauen: Denn manche Fluggesellschaft fordert bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche ein Flugtauglichkeitsattest und kurz vor der Geburt nehmen viele Fluggesellschaften Schwangere nicht mehr mit.

Eigentlich wollte ich kurz vor dem Urlaub auf der Internetseite von Easyjet nur nochmal schauen, ob man den Buggy wirklich kostenlos aufgeben kann. Da fiel mein Blick auf eine Passage in „Fragen und Antworten für Reisen mit Kindern“:

„Wenn Du schwanger bist, kannst Du bis einschließlich der 27. Schwangerschaftswoche ohne ärztliches Attest mit uns fliegen. Zwischen der 28. und einschließlich der 35. Woche benötigen wir ein Attest Deines Arztes oder Deiner Hebamme, dass Du „flugfähig“ bist und mit der Angabe der aktuellen Schwangerschaftswoche. Das Attest muss die komplette Dauer Deiner Reise umfassen, um Deine und die Gesundheit Deines Babys zu garantieren.“




Schreck lass nach! Ich war gerade in der 28. SSW und dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits ein Attest benötige, daran habe ich im Traum nicht gedacht und der Flug sollte schon in zwei Tagen stattfinden! Gottseidank habe ich eine Hebamme, die ich sofort kontaktierte und die mir am nächsten Morgen das geforderte Attest vorbeibrachte. Das wollte dann zwar beim Check-in und beim Boarding keiner sehen, aber sicher ist sicher.

Spricht etwas gegen Fliegen in der Schwangerschaft?

Generell spricht kaum etwas gegen das Fliegen in der Schwangerschaft. Renate Huch, einst Professorin für Gynäkologie an der Universitätsklinik Zürich, hat ausführlich zu dem Thema „Schwanger fliegen“ geforscht. Sie kommt zu dem Schluss, dass „das Fliegen in modernen Verkehrsmaschinen in körperlicher Ruhe als Passagier keine oder vernachlässigbar kleine Risiken“ birgt. Die Abnahme des Sauerstoffdrucks werde von Mutter und Fötus gut toleriert und auch die kosmische Strahlung auf Langstreckenflügen sei kein Grund, vom Fliegen in der Schwangerschaft abzuraten. Huch rät nur vom Fliegen in der Schwangerschaft ab, wenn eine Anämie oder Herz-Kreislauferkrankungen vorliegen, wenn die Schwangere Flugangst hat, wenn sie bereits Fehl- oder Frühgeburten hatte oder wenn eine Plazenta praevia vorliegt. Und wegen der Ungenauigkeit des errechneten Geburtstermins  sagt sie, Schwangere sollten in den letzten vier Wochen allenfalls auf Kurzstrecken fliegen. Und sie empfiehlt, Kompressionsstrümpfe zu tragen, denn während der Schwangerschaft besteht durch Veränderungen des Gerinnungssystems eine erhöhte Thromboseneigung. (Quelle)

Die Internationale Luftfahrtorganisation (IATA) empfiehlt den Luftfahrtgesellschaften, dass schwangere Frauen ab der 28. SSW ein ärztliches Attest vorlegen sollen und nach der 36. SSW eines von einem Arzt der Erfahrung mit Flugmedizin hat. Bei Mehrlingsschwangerschaften rät die IATA von Flügen nach der 32. SSW ab.

Viele Fluggesellschaften nehmen Schwangere ab der 36. SSW, manche sogar ab der 34. SSW deshalb nicht mehr mit. Wer Mehrlinge erwartet, darf häufig nach der 32. SSW nicht mehr fliegen.  Bei einigen Airlines kann man nach der 36. SSW im „Medical Operation Center“ oder der „Medical Clearing Unit“ eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Dafür benötigt man ein ärztliches Attest, das zum Zeitpunkt des Abflugs höchstens drei Tage alt sein darf.

Welche Airline wann ein Attest verlangt




Dass Fluggesellschaften bereits ab der 28. SSW ein Attest verlangen, kommt eher selten vor. Neben Easyjet ist das beispielsweise bei Condor, Ryanair, Finnair und British Airways der Fall, Emirates möchte ab der 29. SSW ein Attest sehen. Bei der Lufthansa heißt es: „Ab der 28. Schwangerschaftswoche wird jedoch empfohlen, ein aktuelles Attest mit sich zu führen, in dem Folgendes ausgewiesen ist: die Bestätigung, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft, der erwartete Geburtstermin und der Gynäkologe sollte ausdrücklich erwähnen, dass die Schwangerschaft die Patientin nicht an Flugreisen hindert.“ Auch die Swiss Air empfiehlt ein solches Attest ab der 28. SSW.

Um sicher zu gehen, solltet ihr auf jeden Fall vor der Buchung bei der Airline nachfragen, wie das gehandhabt wird. Und den Mutterpass sollte man sicherheitshalber auch bei sich haben, um zu beweisen, in welcher Schwangerschaftswoche man gerade ist.

Foto: Mamaclever

Ein Kommentar

  1. Wizzair möchte auch ab der 28. SSW ein Attest sehen – und man wird ggf. am Schalter und beim Einsteigen nach der SSW gefragt.
    Ich bin in der 24. SSW mit ihnen geflogen und hatte zur Sicherheit schon ein Attest dabei – das wollte dann keiner sehen, da sie mir meine Antwort wohl abgenommen haben.

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