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Die unbekannte Gefahr: Sekundäres Ertrinken

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3966251367_15caedf654_zDas Kind ist ins Wasser gefallen, wurde herausgezogen – alles ist nochmal gut gegangen. Doch Eltern sollten ihr Kind nach einem Badeunfall genau beobachten, denn in seltenen Fällen kommt es zum so genannten „sekundären Ertrinken“. Das kann noch etwa 24 Stunden nach einem Wasserunfall zu lebensbedrohlichen Atemproblemen führen.

Für Panik gibt es keinen Grund, das „sekundäre Ertrinken“ kommt nur relativ selten vor, und zwar in etwa 11 Prozent aller Ertrinkungsunfälle. Allerdings sollten Eltern für den Fall des Falles schon mal davon gehört haben.

Wenn Kinder bei einem Badeunfall möglicherweise Wasser in die Lungen bekommen haben, dann sollte man sie in den 24 Stunden danach genau beobachten. Darauf macht der Verband der Kinder- und Jugendärzte aufmerksam. Das Einatmen von Flüssigkeiten kann nämlich zu Entzündungsreaktionen und Ödemen in der Lunge führen. Diese wiederum können zu Störungen des Gasaustausches führen, was ohne Behandlung in wenigen Stunden durch immer größeren Sauerstoffmangel zum Tod führen kann. Diese Lungen-Komplikation heißt ARDS (acute respiratory distress syndrome) oder Aspirationspneumonie und kann sowohl nach dem Einatmen von Süß- als auch Salzwasser auftreten.

Ein Kind kann versehentlich Wasser einatmen bei einem Beinahe-Ertrinkungsunfall oder wenn es von größerer Höhe ins Wasser springt. Je kleiner die Kinder sind, desto geringere Wassermengen können bedrohlich werden. 2 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht gelten als bedenklich.

Auf welche Symptome muss man achten?

Wenn ein Kind nach einem Badeunfall – obwohl es eine Phase ohne Beschwerden hatte – erneut zu husten beginnt, wenn es ungewöhnlich schnell atmet, teilnahmslos oder anders als sonst wird oder wenn sich seine Lippen blau verfärben, dann sollte man es sofort in eine Kinderrettungsstelle bringen.

Ertrinken ist immer noch die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache bei Kindern. Laut der European Child Safety Alliance (ECSA) verunglücken Kinder bis zu zwei Jahren am häufigsten in der Badewanne. Ein- bis Dreijährige ertrinken meist in Gartenteichen, die Zwei- bis Sechsjährigen in offenen Gewässern. Die über sechsjährigen Kinder ertrinken meist in Schwimmbädern. Und das tückische ist: Ein Kind unter drei Jahren kann schon ab einer Wassertiefe von etwa 5 Zentimetern ertrinken und Kinder ertrinken leise. Wenn sie ins Wasser fallen, dann löst das einen schockartigen Reflex aus, die Stimmritze im Rachen schließt sich und die Atmung ist blockiert. Bei diesem „trockenen Ertrinken“ erstickt das Kind im Wasser. Dabei gelangt kein einziger Tropfen Wasser in die Lungen.

Die Schockreaktion führt außerdem dazu, dass sich Kleinkinder nach einem Sturz ins Wasser nicht mehr bewegen können. Das hat zur Folge, dass Eltern oft gar nicht bemerken, wenn ihr Kind ertrinkt. Dieser stille Tod kann sogar in einem unbeaufsichtigten Moment in der heimischen Badewanne passieren.

Deshalb: Kleinkinder nie unbeaufsichtigt in der Badewanne oder in der Nähe jeglicher Wasserquellen lassen!

Foto: Flickr/Anuradha Sengupta unter CC BY 2.0

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